Der Luxus, nein zu sagen

«The Economist», Enzensberger und schon wieder eine neue Definition von Luxus

In einer seiner letzten Ausgaben beschäftigte sich das britische Magazin «The Economist» mit der Zukunft des Luxus. Es interviewt dafür zum Beispiel Ben Elliot, den Chef der Quintessentially Group, die eine Art Concierge-Service für die Superreichen anbietet. Elliots schnoddrige Definition von zeitgemässem Luxus zielt nicht mehr auf superteure Gebrauchsgüter, sondern auf immaterielle Güter: zum Beispiel, etwas zu tun, was andere nicht tun können, und damit über ein exklusives Distinktionsmittel zu verfügen (auf Deutsch: damit angeben zu können). Als Beispiel führt Elliot einen Vormittagskick mit David Beckham an, aber auch eine Radreise von Rom nach Venedig – und das ist der Punkt, an dem ich in die Unterhaltung einsteige.
Luxus ist definitionsgemäss etwas Überflüssiges, manchmal diesseits, manchmal jenseits der Grenze zur Verschwendung gebaut. Wenn Lifestyle-Magazine sich dem Thema widmen, greifen die Fotoredakteure gern in die Kiste mit den Jachten, fetten Autos, Zigarren und grossen Champagnerflaschen – so als habe sich unsere Auffassung von Luxus seit den Achtzigerjahren nicht geändert.
Schon vor fast 20 Jahren stellte der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger fest, dass «der Begriff von Luxus (…) ebenso relativ [ist] wie der der Armut». Noch bevor die digitale Revolution in ihrer ganzen Wucht über uns hereinbrach, stellte Enzensberger die Diagnose, dass ein Luxus der Zukunft nicht mehr nach Karat oder PS bemessen werde, sondern nach substanzielleren Kriterien: nach Zeit, Aufmerksamkeit, Raum, Ruhe, Umwelt und Sicherheit.
Ben Elliots Beispiele passen perfekt in Enzensbergers Modell. Die Zeit zu haben, mit David Beckham Fussball zu spielen, verbindet sich dabei mit der Aufmerksamkeit, die man dafür bekommt. Und die Radreise von Rom nach Venedig macht ihre Teilnehmer frei von allen Pflichten, entledigt sie selbst der Verpflichtung, die Ferien auf der sündhaft teuren Terrasse der Villa La Cupola in der Ewigen Stadt totzuschlagen.
In der kulinarischen Welt verlagert sich die Aufmerksamkeit auf ähnliche Weise. Gab es eine Zeit lang den Trend, Restaurants in kulinarische Abenteuerspielplätze zu verwandeln, so rückt derzeit das Einfache, Pure immer mehr in den Vordergrund. War lange die maximale Vielfalt, der verschwenderische Überfluss gefragt, ist es heute das Ursprüngliche, das Einzige. Nach Jahren, in denen zahllose Bäckereien dichtmachten, weil sich die Konsumenten mit den in den Supermarkt­filialen warm gemachten Backmischungen zufriedengaben, ist man plötzlich bereit, für ein doppelt gebackenes Sauerteigbrot ein kleines Vermögen auszugeben. Der Trend zum Regio­nalen lenkt den Blick, der auf Luxusartikel wie Steinbutt, Kaviar oder Gänseleber fixiert gewesen war, auf Butter von der Büffelherde, die auf dem Knonauer Amt weidet, oder auf sanft gegarte Filets von den Felchen aus dem Zürichsee. Das Abseitige wird ersetzt durch Produkte von gesicherter Herkunft und handwerklicher Machart. Dinge, die man gerade noch für ordinär und nicht weiter bemerkenswert hielt, bekommen heute Autorenstatus: das Fleisch von Metzger eins, der Käse von Käser zwei, die Butter von Bauer drei.
Ich liebe frisches Sauerteigbrot, von dem ich mir dicke Scheiben abschneiden kann, und ich neige dazu, mir zu viel Butter draufzustreichen. Ich bin bereit, überdimensional viel Geld dafür auszugeben – aber mir reicht es, ein Stück Brot als Brot und nicht als Kunstwerk von spezieller Autorenschaft zu verzehren.
Diesen Luxus leiste ich mir.

Willkommen in Europa!

«Sie machten eine Politik, die funktionierte. Warum sind sie ausgestiegen?» So formuliert Nobelpreisträger Paul Krugman das grosse geldpolitische Rätsel, das letzte Woche einen Tsunami über die Devisenmärkte hereinbrechen liess, reihenweise Forex-Broker in die Pleite trieb und in der Schweiz für dramatisch gesenkte Konjunkturprognosen, rote Köpfe und Protestgebrüll von allen Seiten sorgte.
Thomas Jordan muss schwerwiegende Gründe gehabt haben, um die Schweizer Volkswirtschaft einem so gravierenden Risiko wie einer schockartigen Frankenaufwertung auszusetzen. Gründe für eine Aufgabe des Euro-Mindestkurses gibt es zwar tatsächlich – aber sie erscheinen weder absolut zwingend, noch kann man behaupten, dass sie heute wesentlich schwerer wiegen als vor gut drei Jahren, als die Untergrenze eingeführt wurde. Der dramatische Kurswechsel der SNB dürfte eher einer geldpolitischen Grundsatz­überzeugung als einer empirisch abgesicherten Risikoabwägung geschuldet sein.
Die Schweizer Volkswirtschaft wird potenziell einen bitteren Preis bezahlen müssen für die SNB-Repositionierung im Dogmenstreit der Geldpolitiker. Der Sonderweg der Konjunkturentwicklung, den die Schweiz seit dem Ausbruch der Eurokrise erfolgreich beschritten hat, dürfte an ein Ende gekommen sein. Jordan führt uns zurück ins Herz des europäischen Kontinents. Willkommen in der Wirtschaftszone mit anämischem bis negativem Wachstum, steigender Arbeitslosigkeit und zunehmender Deflation. Der Zeitpunkt des Kurswechsels lässt keinen Zweifel daran, dass er motiviert war durch den Unwillen der SNB, mit den ausstehenden quantitativen Lockerungen der EZB mitzuziehen und den Euro auf seiner kommenden Talfahrt zu begleiten. Es wäre davon auszugehen gewesen, dass eine Verteidigung der Untergrenze unter den kommenden verschärften Bedingungen die SNB-Bilanz noch einmal um einen kräftigen Sprung verlängert hätte. Ein Anstieg auf mehr als 100 Prozent des Schweizer BIP wäre durchaus plausibel gewesen. Die potenziellen Verlustrisiken, die eine so lange Bilanz mit sich bringt, sind nicht unproblematisch.
Dennoch erscheint nicht einsichtig, weshalb die SNB sie plötzlich nicht mehr tragen wollte. Warum waren zwar 85 Prozent, nicht aber 100 Prozent tolerabel? Ein etwaiges späteres Zusammenbrechen der Untergrenze hätte zwar noch grössere Verluste mit sich gebracht und das Eigenkapital der SNB höchstwahrscheinlich negativ werden lassen. Auch das wäre jedoch im gegenwärtigen deflationären Markt­umfeld kaum ein Problem gewesen: Vorübergehend negatives Eigenkapital bringt eine Notenbank bekanntlich nur dann in Schwierigkeiten, wenn sie inflationäre Liquidität schöpfen muss, um ihren eigenen Verbindlichkeiten nachzukommen. In der gegenwärtigen Situation ist das ein unwahrscheinliches Szenario.
Am plausibelsten erscheint, dass die SNB deshalb einen überstürzten Politikwechsel eingeleitet hat, weil sie eine sehr pessimistische Prognose macht für die Entwicklung in der Eurozone, nicht nur aufgrund der EZB-Entscheide, sondern auch aufgrund der politischen Risiken in Griechenland und anderen Südländern. Das mag richtig sein. Allerdings würde dies bedeuten, dass die SNB mit massiven Fluchtgeldbewegungen in den nächsten Wochen rechnet – und also auch mit einem gigantischen Druck auf einen nicht mehr interventionistisch geschwächten Franken. Alle Entwicklungen, die dafür sprechen, die Untergrenze aufzugeben, weil ihre Verteidigung zu teuer wird, sprechen erst recht dafür, dass ein ungeschützter Franken durch die Decke geht. Aus dieser Sicht erscheint der von Finanzministerin Widmer-Schlumpf anvisierte Neukurs von 1.10 Franken pro Euro als reichlich verwegenes Wunschdenken.
Irritierend an der SNB-Kommunikation ist die Tatsache, dass sich die Deflationsgefahr offenbar urplötzlich in Luft aufgelöst haben soll. Als die Nationalbank 2011 die Untergrenze einführte, war die Deflation die Hauptrechtfertigung. Auch heute hat die Schweiz wieder negative Teuerungsraten. Weshalb lässt man heute zu, dass sie weiter absinken, während bis anhin negative Inflationserwartungen als inakzeptabel galten?
Dass die SNB zu einer konventionelleren Form der Geldpolitik – gesündere Bilanzen, weniger Intervention, weniger künstliche Liquidität – zurückkehren will, ist im Prinzip nachvollziehbar. Leider aber kann Normalität nicht erzwungen werden. Solange das Wachstum stagniert und mit einem globalen Schuldenüberhang zu kämpfen hat, werden die Notenbanken die Weltwirtschaft mit Liquiditätsspritzen am Laufen halten. Etwas Besseres steht ihnen nicht zur Verfügung. Dass die SNB nicht mehr vorbehaltlos mitmachen will, erfreut die geldpolitischen Dogmatiker – aber gewiss nicht die Schweizer Wirtschaft.

Das göttliche Betrunkensein

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Eine Evolutionstheorie des Rausches – und ein bisschen Respekt davor.

Es sind die Tage des Rausches. Ist man den ausgelegten Netzen der Punsch- und Glühweinstände entkommen, schnappte die Falle spätestens bei der einen oder anderen Weihnachtsfeier zu. Zu Silvester sind sowieso alle Dämme gebrochen: Zum Jahreswechsel kursierten neben den Tipps für die gelungene Silvestersause (was kein anderes Fest so anfällig für Trübsinn macht wie dieses) die ebenfalls obligatorischen Anweisungen, wie man die Gäule, die planmässig durchgegangen sind, wieder zähmt: die jährliche Parkemed-Prosa.
Nun ist der Rausch, und speziell jener in der Vorweihnachtszeit und zum Jahreswechsel, kein ganz neues Phänomen. Anfang Dezember erschien in den «Proceedings» der amerikanischen Akademie der Wissenschaften eine Studie, in welcher der Biologe Matthew Carrigan nachwies, dass bereits die menschlichen Urahnen vor zehn Millionen Jahren Alkohol zu sich nahmen. Eine genetische Mutation versetzte demnach den gemeinsamen Vorfahren des Menschen, Schimpansen und Gorillas, in die Lage, Alkohol abzubauen, was sich als evolutionärer Vorteil erwies: So konnten unsere Vorfahren nicht nur Obst essen, das sie von den Bäumen pflückten, sondern auch Fallobst, das am Boden lag, vergärte und einen höheren Ethanolgehalt besass.
Die kulturelle Vergärung von Früchten ist etwa 9000 Jahre alt. Es gibt Hinweise, dass im nordchinesischen Jiahu aus Trauben, Weissdorn, Reis und Honig ein Gebräu von zehn Prozent Alkoholanteil hergestellt wurde, das man zu Ehren der Götter trank – um im Rausch deren Botschaften zu empfangen.
Auch das Brauen von Bier im Zweistromland und in Ägypten wurde religiös konnotiert. Die vom Weinbau geprägten Kulturen der Griechen und Römer schrieben die berauschende Wirkung des Weins den dafür zuständigen Göttern Dionysos und Bacchus zu, die nicht nur für die Trauben, sondern auch für die Ekstase und Fruchtbarkeit zuständig waren – und damit für nie versiegende Quellen der Freude. Diesen engen Zusammenhang zwischen Rausch und Divinität gibt es praktisch in allen Weltreligionen, abgesehen vom Islam (auch wenn der Weinbau in vielen arabischen Ländern durchaus Tradition hat).
Ich mag den Rausch am liebsten, wenn er sich höflich ankündigt: die beschwingte Ansprache eines Glases trockenen Champagners, das furiose Funkeln eines knackigen Chablis, die brillante Selbstbehauptung eines gut gereiften Pinot noir – und ich kenne natürlich auch die Mechanismen, die der Alkohol im Gehirn in Gang setzt, das Verknüpfen der gegenwärtigen Euphorie mit dem Wunsch nach mehr Euphorie, also mehr Alkohol. Der deutsche Journalist Daniel Schreiber hat über die Zonen des Rausches, wo das strahlende Licht der Eks­tase längst ausgeknipst ist, ein berührendes Buch geschrieben («Nüchtern. Über das Trinken und das Glück», Hanser Berlin). Darin berichtet der frühere «Monopol»- und «Cicero»-Redaktor, wie ihm das Trinken aus der Spur lief – und wie lange es dauerte, bis er sich eingestand, dass er sich neben der Spur befand. «Die meisten Alkoholiker», schreibt Schreiber, «sehen nicht kaputt aus und müssen auch nicht morgens trinken. Sie sind Menschen, die früher einmal tatsächlich Spass hatten, wenn sie tranken. Sie sind Menschen, die in klaren Momenten realisieren, dass irgendetwas Unerfindliches in ihrem Leben aus dem Ruder läuft, und die gegen diese Erkenntnis antrinken.»
Es ist die Grenzerkundung (und weniger die Geschichte einer Katharsis), die das Buch so interessant, so zupackend macht. Es sollte anstelle von Aspirin nach der Silvesterparty verteilt werden.

Die zwölf Beschworenen

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Feierlich, einfach, schön und süss: meine besten kulinarischen Momente 2014

 

1 — Bestes Menü. Eigentlich ist das Park Vitznau am Vierwaldstättersee eine Adresse für Marmorvertreter und Hochpreistouristen. Aber was Nenad Mlinarevic im zugehörigen Restaurant focus anstellt, ist ein grandioses Komplementärprogramm: oft einfache Produkte, die in ein ausserordentliches Spannungsverhältnis gesetzt werden. Grosses Erlebnis.

2 — Überraschendstes Erlebnis Hochgastronomie: Es geht nämlich auch ganz einfach. Alain Weissgerber im burgenländischen Taubenkobel gart eine grosse, mehlige Kartoffel, indem er sie mit Lehm umschliesst und bäckt. Die heisse Kartoffel wird dann mit Saiblingskaviar und dickem Rahm garniert – und ist trotz aller Einfachheit grosse Küche.

3 — Der perfekte Klassiker. Der Saure Mocken mit Kartoffelstock in der Zürcher Alpenrose. Was sonst?

4 — Interessantestes Kochbuch. Viele Kochbücher hätten es verdient, hier genannt zu werden, aber ich möchte das im Eigenverlag erschienene «Zu Tisch» von Anna und Catherine Pearson hervorheben, weil es zwei Besonderheiten vereint: erstens die programmatische Erprobung aller Rezepte bei Annas «Tafelrunden», zweitens die Finanzierung durch Crowdfunding. Originell und höchst empfehlenswert.

5 — Beste CD zum Kochen. Meine Lieblingsmusik kommt von der französischen Chansonnière Zaz. Auf «Paris» hat sie zahlreiche Schlager, die sich um die Hauptstadt drehen, neu aufgenommen (unter anderen mit Thomas Dutronc und Charles Aznavour), und ihre heisere, aufgedrehte Stimme wirkt motivierend und ruft nach Champagner.

6 — Schönste Zeitschrift. Klar, ich könnte auch «Fool» oder «Lucky Peach» oder «dish!» nennen, aber die schönste Zeitschrift des Jahres ist für mich das britische Magazin «Cereal». Es kümmert sich um Travel, Lifestyle und grossflächige, oft monochrome Bilder in Pastellfarben. Die aktuelle Ausgabe 8 verströmt solches Fernweh nach Bergen, Strand und Architektur, dass sich schon das Durchblättern allein als sinnlicher Genuss erweist.

7 — Bestes Selbstgekochtes. Mein Saibling, 15 Minuten in der Tellerschublade bei 80 Grad gegart. Der Fisch ist so wohlschmeckend und von perfekter, glasiger Konsistenz, dass ich ohne Weiteres zwei Filets davon verzehren kann. Am liebsten ohne Haut, nur mit etwas brauner Butter beträufelt.

8 — Schönstes Hotel (teuer). Das El Fenn in Marrakesch, ein umgebauter Privatpalast in der Medina, hat Glamour, verströmt Ruhe und erfüllt jeden Wunsch, zum Beispiel den Blick auf den Atlasbogen vom Sofa auf der Terrasse aus. el-fenn.com, ab 400 Franken/Nacht

9 — Schönstes Hotel (günstig). Eine ehemalige Teefabrik auf der Hauptinsel der Azoren wurde zu einem weitläufigen Hotel umgebaut. Grosse Zimmer, wunderschöner Blick, perfekte Gastlichkeit: picodorefugio.com, ab 100 Franken/Nacht

10 — Merkwürdigste Mahlzeit. Ebendort: ein deftiger Eintopf aus Fleisch, Wurst und ein bisschen Kohl, der für acht Stunden in einem Topf gegart wird, der in ein Loch hinuntergelassen wird, aus dem vulkanischer Schwefeldampf austritt. Ein Abenteuer, das sogar gut schmeckt.

11 — Bester Wein. Der Trebbiano d’Abruzzo von Valentini, den ich in der Bottega Del Vino in Verona trank. Ein würziger, kühler Weisswein von grösster Statur (2011, für 84 Franken bei caratello.ch)

12 — Bestes Produkt. Es ist vielleicht nicht gesund und nichts für die Diät, aber die Karamell-Salzbutter von Tanja Grandits genialischem Patissier Julien Duvernay ist jedes Mal von Neuem eine Offenbarung. Gläschen für 12 Franken

Realismus und Unmoral

Gegen heftigsten Widerstand hat die Senatorin Dianne Feinstein, nachdem sie fünf Jahre dafür gekämpft hat, den neuen CIA-Folterbericht in Auszügen veröffentlichen können. Er wird die quälende Debatte, die seit dem Abu-Ghraib-Skandal im Jahr 2004 die USA und ihre westlichen Verbündeten umtreibt, wohl nicht beenden, aber er eröffnet ein neues Kapitel.
Noch nie wurden so detailliert und so gründlich derart viele Dokumente und Zeugenaussagen ausgewertet. Muss das Folterverbot, das zum Wertefundament der demokratischen Rechtsstaaten gehört, eine unverbrüchliche und absolute Geltung haben? Oder gibt es Ausnahmesituationen und extreme Bedrohungslagen, in denen das Folterverbot eingeschränkt werden muss, um Anschläge zu verhindern und dadurch vielleicht Hunderte, gar Tausende potenzielle Opfer zu schützen? Der neue Folterbericht gibt eine sehr solide abgestützte und unzweideutige Antwort: Das Folterverbot muss absolut gelten. Denn die Anwendung von Folter stellt nicht nur einen radikalen Bruch dar mit den Grundwerten, auf denen moderne Rechtsstaaten ruhen, sie ist auch von äusserst zweifelhafter Effizienz.
Das Verstörende an den Debatten um die Legitimität von «verstärkten Befragungstechniken» liegt nicht nur daran, dass es um fundamentale Grundwerte geht, sondern auch am Zusammenprall verschiedener Beurteilungsebenen. Auf der Ebene der Grundprinzipien kann kein demokratischer Staat die Geltung des Folterverbotes infrage stellen. Es ist quasi selbstevident. Scheinbar komplexer wird die Angelegenheit, wenn man die schmutzige Realität von bewaffneten Konflikten, insbesondere des «Krieges gegen den Terror» mitberücksichtigt. Wenn durch die Folter eines Mitwissers von Attentatsplänen zahlreiche Menschenleben gerettet werden können, erscheint die Folter als Mittel zur Informationsbeschaffung plötzlich nicht mehr als unbedingt verwerflich.
In der mittlerweile reichen juristischen Literatur zu dieser Frage wird letzterer Fall – die «effiziente» Folterung eines Mitwissers – unter dem Titel «ticking bomb scenario» (TBS) diskutiert. Strittig ist allerdings die Frage, ob die Annahme einer TBS-Situation überhaupt realistisch ist. Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Geheimdienst einen Terroristen festnimmt, von dem man mit Sicherheit weiss, dass er in die Details eines Attentatsplanes eingeweiht ist, ohne dass jedoch der Plan ebenfalls bekannt wäre und ohne dass andere Möglichkeiten als die Folter bestünden, die Details herauszufinden?
Von den Folterbefürwortern wird gegen diesen Einwand stets der Vorwurf erhoben, er werde nur von «schönen Seelen» gemacht, die sich aus der Verantwortung stehlen wollen. Natürlich sei es für eine demokratische Gesellschaft ein unangenehmes moralisches Dilemma, wenn man zur Verhinderung von Ge­walttaten die Folter legitimiere, aber dadurch, dass man behaupte, Folter sei dazu gar nicht geeignet, mache man keine realitätsgerechte Aussage, sondern drücke sich ganz einfach vor einer schwierigen Entscheidung.
Genau in diesem Zusammenhang ist nun der CIA-Bericht von höchstem Interesse. Erstens beweist er sehr eindrücklich, dass nicht nur die schönen, sondern auch die wüsten Seelen starke Motive haben, die Effizienz von Folter nicht realitätsgerecht einzuschätzen. Auf Hunderten von Seiten rekonstruiert der Bericht akribisch, mit welch komplizierten Manövern CIA-Verantwortliche versucht haben, die Nützlichkeit und Unverzichtbarkeit von unter Folter gemachten Aussagen zu übertreiben und falsch darzustellen. Dass die CIA es in dieser Frage mit der Wahrheit nicht genau nimmt, kann eigentlich nicht überraschen. Die einzig mögliche Rechtfertigung für Folter besteht in ihrer Effizienz. Geheimdienst-Verantwortliche, die Waterboarding und andere «verstärkte Verhörtechniken» zu verantworten haben, können gar nicht anders, als durch alle Böden hindurch zu behaupten, die Sonderprogramme hätten Resultate geliefert. Genau das hat die CIA getan und – wie der Senatsbericht nun eindrücklich belegt – schlicht gelogen.
Zweitens kommt der Senatsausschuss zum Resultat, dass es in keinem einzigen der 118 untersuchten Fälle gelungen sei, mit harten Verhörmethoden wichtige, auf anderem Wege nicht zu erlangende Informationen zu bekommen. Theoretisch ist es durchaus denkbar, dass die CIA in ihrem Krieg gegen den Terror mit der TBS-Situation konfrontiert wird. Die konkrete Aktenauswertung ergibt nun aber ein anderes Bild.
Das Vorurteil, dass realistische Politik sich per definitionem durch Härte und Ruchlosigkeit auszeichnet, ist tief verwurzelt und mächtig. Das Einstehen für Grundwerte wird sehr schnell als abgehoben und weltfremd belächelt. Der CIA-Bericht belegt erneut, wie falsch dieses Verständnis von Realismus ist. Denn Folter ist nicht nur unmoralisch, sondern schlicht und einfach nutzlos.

DER GOLDGELBE SCHATZ

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Birnen, Safran, Yotam Ottolenghi, Anna und Catherine Pearson und das Dessert des Jahres

 

Ich liebe Williams Christbirnen. Die Eleganz des Geschmacks, der genau die Linie zwischen Süsse, Säure, Sonne und Mond hält, ist unübertrefflich. Kein Apfel kommt diesem veredelten Geschmack nahe, und da haben wir noch nicht einmal die idealtypische Konsistenz in Rechnung gestellt: diese fragile, hochreife Textur, die ihre Form gerade noch hält, weil sie von so viel Geschmack ummantelt ist (so stelle ich mir das jedenfalls vor); sobald man sich ein Stück davon in den Mund schiebt und durch die Nase ausatmet, erlebt man das volle Spektrum der Aromen, und wenn man das Birnenstück mit der Zunge an den Gaumen drückt, platzt es.
Problem: Was tut man, wenn man mehr als ein Kilo Birnen zu Hause hat? Etwa, weil man einen Baum abernten durfte oder weil man auf dem Markt dem Charme der Präsentation nicht widerstehen konnte (meine grosse Schwäche)?
Natürlich kann man auch spielend jeden Tag drei, vier Birnen verzehren. Aber es gibt Alternativen zum Genuss roher Birnen, die ich auf der entsprechenden Skala mit etwa 105 Prozent markieren würde: Ich fand das Rezept beim Durchblättern des im Übrigen eindrucksvoll schönen Kochbuchs «Zu Tisch», das meine Kollegin Anna Pearson mit ihrer Schwester Catherine geschrieben und gestaltet hat. Das Rezept stammt von Yotam Ottolenghi und wurde vorsichtig angepasst. Es sprang mich an, als ich gerade jede Menge reifer, wollüstiger Williams Birnen zu Hause hatte, und sorgte beim Abendessen für Tumulte. Es ist ein rares Beispiel dafür, wie ein puristisches Vorgehen die vorhandenen Aromen einer Delikatesse versteht und geschmackvoll ergänzt.
Sie brauchen:
5 dl Weisswein (ich würde einen Wein mit einer Restsüsse empfehlen, etwa einen Traminer oder Riesling von der Mosel)
14 Kardamomkapseln
1 unbehandelte Zitrone
100 g Zucker
1/2 TL Safranfäden
4 bis 6 Birnen (s.o.)
Und so wirds gemacht:
Wein in eine Pfanne giessen, erhitzen. Kardamomkapseln anquetschen, Schale mit dem Sparschäler von der Zitrone schaben und mit dem Saft einer halben Zitrone zum Wein geben. Zucker und Safranfäden zugeben (das ist bereits der erste Höhepunkt: wenn der Safranduft sich mit dem Weindunst vermischt. Wäre nicht schlecht, wenn Sie dann noch ein Glas zur Hand haben, um sich mit einem Schluck Riesling dafür zu belohnen, dass Sie keinen schlechten Wein gekauft haben).
Birnen schälen, der Länge nach halbieren und in den Wein legen. Die Früchte sollen von der heissen Flüssigkeit bedeckt sein (die Pearson Sisters schlagen vor, einen Kreis aus Backpapier auszuschneiden, in die Pfanne zu legen und so zu beschweren, dass die Birnen unter die Wasseroberfläche gedrückt werden). Die Birnen im heissen, aber nicht kochenden Sud pochieren. Wie lange das dauert, kommt auf den Reifegrad der Birnen an. Man gibt am besten eine Probebirne in die Pfanne, von der man nach wenigen Minuten zu kosten beginnt. Wer die Kraft hat, die Birnen im auskühlenden Sud eine Nacht stehen zu lassen, wird mit einer strahlenden Farbe belohnt.
Vor dem Servieren die Birnen aus dem Sud nehmen, diesen bei grosser Hitze einkochen und so stark reduzieren, bis ein köstlicher Sirup entstanden ist. Birnen damit reichlich übergiessen und mit Sauerrahm toppen.
Probieren. Die Augen schliessen, die Birne, Yotam Ottolenghi und die Pearson Sisters loben. Dann den Rest aufessen.

Im Namen der Volkssouveränität

Die Lage könnte konfuser nicht sein. Einerseits soll die Einwanderung stark gebremst, andererseits die Wirtschaft nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Einerseits soll der Volkswille umgesetzt, andererseits das Verhältnis zur EU nicht beschädigt werden. Wie diese Quadratur des Kreises möglich sein soll, bleibt schleierhaft. Als wären sie nicht vertrackt genug, stehen diese Herausforderungen aber nicht im eigentlichen Zentrum der Debatte. Unabhängig vom Sachgeschäft gibt es in der politischen Auseinandersetzung in unserem Land stets eine alles entscheidende Frage, die weit wichtiger ist als alles andere: Wer hat den grössten Respekt vor der Volkssouveränität? Wer ist der Super-Direktdemokrat? Nur wer diesen Titel beanspruchen kann, hat eine Chance, den Match für sich zu entscheiden. Alle übrigen sind verabscheuungswürdige Verteidiger der repräsentativen Demokratie. Oder noch schlimmer: Professoren.
Dennoch ist es ausgerechnet der St. Galler Arbeitsrechtsprofessor Thomas Geiser, welcher mit prominenten Gleichgesinnten eine Initiative zur Rückgängigmachung der Masseneinwanderungsvorlage lanciert und sich damit nicht nur gegen Einwanderungskontingente stellt, sondern die SVP  noch viel fundamentaler herausfordert: Die Möglichkeit zur Rückgängigmachung des 9. Februar, sagt Geiser, müsse dem Volk geboten werden, weil alles andere eine Missachtung des Volkswillens darstellen würde.
Seine Gegner halten Geiser selbstverständlich selber vor, er trete die direkte Demokratie mit Füssen, da er zehn Monate nach einem Volksentscheid eine Initiative zu dessen Annullierung lanciere. Eine längere Karenzfrist wäre theoretisch sicher wünschenswert, aber gerade die Befürworter der Masseneinwanderungsinitiative sollten sich hüten, dieses Argument zu hoch zu hängen: Zwischen dem 21. Mai 2000 und dem 8. Februar 2009 wurde der bilaterale Weg in verschiedenen Vorlagen nicht weniger als fünfmal vom Stimmvolk bestätigt. Wenn legitim sein soll, dass die Masseneinwanderungsinitiative eine so solide abgesicherte Volksmeinung wie den bilateralen Weg wieder umstösst, wird man es auch nicht als «Verachtung des Souveräns» brandmarken können, wenn knapp drei Jahre nach dem Entscheid vom 9. Februar wieder über dessen Annullierung abgestimmt werden soll. Dementgegen erheben die Befürworter der Rückgängigmachungsvorlage zu Recht den Vorwurf, es seien die Übergangsbestimmungen der Massen­ein-wanderungsinitiative, die den wahren Volkswillen potenziell missachten.Die Bestimmungen legen fest, dass der Bundesrat den Artikel auf dem Verordnungsweg umsetzen muss, falls nach drei Jahren noch keine Gesetzgebung die Umsetzung in Kraft treten lässt. Die Initianten räumen zwar ein, dass eine Umsetzung per Verordnung nicht ideal sei, machen aber geltend, dass nur mit diesem Damoklesschwert für einen zügigen Erlass der entsprechenden Gesetze gesorgt werden könne. Zudem habe eine Umsetzung per Verordnung auch Präzedenzfälle, zum Beispiel die Abzockerinitiative.
Die Initiative zur Masseneinwanderung zeichnet sich allerdings durch zwei Besonderheiten aus, die eine Umsetzung auf dem Verordnungsweg problematisch machen. Erstens fiel der Entscheid in einem Zustand der Ungewissheit über das Ergebnis der Verhandlung mit der EU. Je nachdem wird die Umsetzung letztendlich mehrheitsfähig sein oder nicht. Wenn diese aber auf dem Verordnungsweg geschieht, kann kein Referendum mehr dagegen ergriffen werden – auch wenn eine Mehrheit dies wünschen würde. Zweitens ist es Usus, dass Umsetzungen durch Verordnungen nur vorübergehend gültig sind – nur so lange nämlich, bis ein Umsetzungsgesetz vom Parlament ordentlich beschlossen und in Kraft gesetzt worden ist. Auch in den Übergangsbestimmungen der Massen­einwanderung soll eine allfällige Verordnung nur vorübergehend gelten. Allerdings würde eine Umsetzung auf dem Verordnungsweg wahrscheinlich die Kündigung der Personenfreizügigkeit nach sich ziehen und damit die bilateralen Verträge beenden. Es würde also ein Politikwechsel eingeleitet, der irreversibel ist und daher gar nicht «vorüber­gehend» sein kann.
Genau hier könnte die Rückgängigmachungsvorlage Abhilfe schaffen und den undemokratischen Automatismus durchbrechen. Die Bürger müssten, sobald die Fakten vorliegen, noch einmal gefragt werden, ob sie die Bilateralen nun kündigen wollen oder nicht. Wer das Gerede von Volkssouveränität nicht als blosse Propaganda versteht, sollte Geisers Vorlage unterstützen – ganz egal, ob er dann Ja stimmt oder Nein.

Der Normalitätsschock

Es scheint, als könnte man sich in der Schweizer Direktdemokratie auf gar nichts mehr verlassen – nicht einmal mehr auf den schlechtestmöglichen Ausgang. Das wäre zwar eine zynische Zusammenfassung des letzten Abstimmungssonntages, aber ganz falsch ist sie nicht. Das wuchtige Nein zur Goldinitiative und insbesondere zu Ecopop hat ausnahmslos alle Prognostiker, Polit-Analysten und Parteistrategen auf dem falschen Fuss erwischt. Die Schweizerische Einwanderungspolitik befindet sich definitiv im plebiszitären Blindflug: So lautet die Lektion des Urnengangs.

Der eigentlich vollkommen erwartbare Ausgang der Ecopop-Abstimmung – eine ideologisch extrem disparate Randgruppe ohne Basisorganisation und finanzielle Ressourcen versucht, gegen sämtliche Regierungsparteien eine Vorlage durchzubringen, und verliert haushoch – erscheint plötzlich als erklärungsbedürftiger Normalitätsschock. Natürlich mangelt es nicht an Gründen für das völlige Durchfallen von Ecopop, so etwa die überdurchschnittliche Mobilisierung des linken Wählerspektrums, die geschlossene Parteinahme der Medien, die dezidierte Ablehnung der grünen Partei, die aktive Nein-Kampagne von Christoph Blocher, der plötzlich fürchteten musste, der Durchmarsch eines Häufleins wachstumskritischer Öko-Aktivisten könnte ihm seine Anti-EU-Strategie verhageln. Das Problem ist allerdings, dass alle diese Erklärungsfaktoren schon vor der Abstimmung zu Tage lagen und in die Prognosen hätten mit einfliessen müssen. Ganz offensichtlich ist es ein Ding der Unmöglichkeit geworden, die entsprechenden Faktoren vernünftig zu gewichten.

Häufig wurde auch geltend gemacht, dass die Ecopop-Initiative mit ihrem Hybrid von ökologischer und ausländerpolitischer Agenda zwar einerseits gleich zwei populäre Anliegen portierte, andererseits aber schlicht zu radikal war, um nach der Masseneinwanderungsinitiative das Protestwählertum noch einmal aus der Reserve zu locken- ein Sieg der Vernunft gegen das Anti-Classe-Politique-Ressentiment. Das ist plausibel, aber ein weiterer Erklärungsansatz, der bisher kaum thematisiert wurde, sollte ebenfalls nicht vernachlässigt werden: Wie auch immer man die Ecopop-Initiative beurteilen mag, man muss ihr zugute halten, dass sie eine glasklare Ansage machte. Es stand nie in Zweifel, dass die Vorlage mit dem Erhalt der Personenfreizügigkeit nicht vereinbar ist, und auch die Höhe der vorgesehenen Kontingente wurde frank und unzweideutig festgelegt.

Hier dürfte ein entscheidender Unterschied zur Masseneinwanderungs-Initiative liegen. Während letztere die Kunst der strategischen Vernebelung in für die Schweizer Direktdemokratie ganz neue Höhen getrieben und die Bilateralen Verträge angegriffen hat, ohne dies offen zu deklarieren, schenkte Ecopop den Wählern reinen Wein ein. Die Folge davon ist, dass die Ecopop-Vorlage eine gerade noch halb so hohe Zustimmungsquote erreichte wie die Masseneinwanderung. Wer eine Initiative gegen die Bilateralen tatsächlich durchbringen will, ist gut beraten, möglichst undurchsichtig über die Banden zu spielen. Dies könnte die bleibende Lehre des „Ecoflops“ bleiben.

Die SVP scheint diese Lektion jedenfalls bereits gelernt zu haben. Bei ihrer Initiative „Landesrecht vor Völkerrecht“ wird eine analoge Strategie schon angewendet. Die Vorlage würde die Schweiz bekanntlich dazu zwingen, die Europäische Menschenrechtskonvention zu kündigen – wird aber nicht als direkter Angriff auf die EMRK lanciert. Eine zu frontale Attacke auf die Menschenrechte dürfte kaum von Erfolg gekrönt sein. Ein Appell an das Souveränitätsverständnis der Bürger bei gleichzeitiger Verharmlosung der Konsequenzen könnte hingegen besser funktionieren.

Bemerkenswert war die Reaktion der Regierung. Simonetta Sommaruga betonte an der bundesrätlichen Pressekonferenz, dass der Ecopop-Sieg an der Umsetzung des Masseneinwanderungs-Artikels nicht das Geringste ändern werde, da Letzterer ja weiterhin in der Verfassung stehe. Staatsrechtlich ist diese Argumentation natürlich unsinnig. Es gibt in der Schweiz keine Verfassungsgerichtsbarkeit – und es gibt deshalb auch keine rechtlichen Schranken für die Freiheit, mit der das Parlament einen Verfassungsartikel umsetzt oder eben nicht. Die Schranken sind politischer Natur, nur schon weil ein Umsetzungsgesetz referendumsfähig sein muss. Die politische Situation hat sich mit dem massiven Ecopop-Nein jedoch sehr wohl verändert.

Es dürfte richtig sein, das Signal auszusenden, dass die starken Widerstände gegen die Zuwanderung weiterhin ernst genommen werden. Früher oder später wird der Bundesrat jedoch nicht um ein kompromissloses Bekenntnis zu den Bilateralen herumkommen. Eine Mehrheit dafür hat er.